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25.05.2018

20 Jahre Praxis HENTSCHEL & HERRMANN


„Kinder, wie die Zeit vergeht…“

Es kommt einem nicht wie gestern vor, aber sind es wirklich schon 20 Jahre?
Ja, es stimmt! Am 05. Januar 1998 eröffnete ein junger ahnungsloser Facharzt für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie mit zwei Schwestern und einem Computer eine Praxis am Schumannplatz in Zwickau.

Seither hat sich so einiges getan. Die Praxis ist gewachsen und hat sich entwickelt, viele, zumeist zufriedene Patienten wurden behandelt, Überweiser wurden zu Freunden und die Barmer haben wir auch gekauft.

Am Anfang gab es vor allem ganz viel Arbeit und relativ wenig Erfahrung. Wir haben uns viel Mühe gegeben im Dienste unserer Patienten. Die Sprechstunden wurden regelmäßig überzogen und bis spät in den Abend hinein operiert. Offensichtlich haben es uns die Patienten gedankt, denn es wurden immer mehr, die unsere Praxis aufsuchten. Beizeiten wurde klar, dass wir die Praxis räumlich zu bescheiden geplant hatten. Das Wartezimmer wurde zugunsten eines weiteren Sprechzimmers verlagert und vergrößert. Ich musste mich entscheiden, ob ich die Praxis als Einzelkämpfer weiter führen wollte, oder ob ich mir ärztliche Verstärkung in die Praxis hole.

Bereits im Jahre 2000 begann der erste Assistent mit seiner Tätigkeit. Es war Herr Schetschorke, der mittlerweile in Chemnitz erfolgreich seine eigene Praxis für Oralchirurgie führt. Und er sollte nicht der letzte bleiben. Die Weiterbildung junger Kollegen war immer charakteristisch und ein Grundzug unserer Praxis.

Im Jahre 2002 betrat ein Mann die Praxis, der fortan ganz entscheidend deren Entwicklung und Charakter prägen sollte. Mit Jan Herrmann kam ein junger Mann ins Team, der von ganz wichtigen Eigenschaften geprägt war: er war motiviert und in einem Maße manuell-operativ geschickt und talentiert, wie ich es in dieser Form nur ein einziges Mal erlebt habe. Dazu kam und kommt bis zum heutigen Tage eine unerschütterliche, gelebte Loyalität und eine angenehme, sympathische und in dieser Welt sehr selten gewordene Bescheidenheit und Bodenständigkeit. Aus dem Assistent wurde ein echter Freund und im Jahre 2005 mein Praxispartner in der neu gegründeten Gemeinschaftspraxis Henschel & Herrmann.

Zu dieser Zeit platzte unsere Praxis räumlich aus allen Nähten und wir übernahmen die gesamte 3. Etage im Ärztehaus am Schumannplatz. Der Steri wurde an zentraler Stelle etabliert und deutlich vergrößert, das Implantologie Zentrum Zwickau (IZZ) wurde gegründet und von der kieferchirurgischen Praxis räumlich getrennt.

Das Team wuchs kontinuierlich. Wir bewirtschafteten mit bis zu fünf Kollegen 7 Behandlungszimmer auf einer Praxisfläche von knapp 400 qm.

Eine Etage höher im Ärztehaus befand sich die Praxis von Dr. Malchow, Frau Dr. Händel und Frau Dr. Germeroth, wo wir regelmäßig zweimal wöchentlich unsere Patienten in Intubationsnarkose operierten.

Die fachlichen Arbeitsinhalte entwickelten sich ebenfalls stetig. Nachdem die klassische Implantologie rasch neben der dentoalveolären Chirurgie ihren Platz gefunden hatte, kamen immer mehr augmentative Maßnahmen und komplexe anspruchsvolle Eingriffe auf den OP-Plan. Folgerichtig investierten wir im Jahre 2008 in ein großvolumiges DVT-Gerät, um die Planungen für solche Operationen sicher gestalten zu können.

Neben der Weiterbildung von Kollegen zum Fachzahnarzt für Oralchirurgie ist ein weiteres Spezifikum der Praxis  unser Engagement für die zahnärztliche Fortbildung. Nach kleineren Veranstaltungen im Vorfeld wurde im Jahre 2002 der „Zwickauer Implantologiefrühling“ als große und sehr anspruchsvolle Vortragsveranstaltung ins Leben gerufen. Auch dieser durchlief eine fantastische Entwicklung mit bis zu 160 Gästen im Konzert- und Ballhaus „Neue Welt“. Weitere tolle Locations waren das Hotel Holiday Inn, das Hotel „Schloss Schweinsburg“ sowie das Daetz-Centrum Lichtenstein.

Nachdem sich der Fortbildungshype der Zahnärzte ein wenig gelegt hat, findet in Lichtenstein in etwas kleineren Rahmen noch immer unser „Consilium autumni“ mit ca. 80 Gästen sehr erfolgreich statt. Auch praxisinterne Veranstaltungen, insbesondere sehr anspruchsvolle Live-OP-Kurse gehören aktuell noch zu unserem Fortbildungsspektrum.

Es kam der Tag, als uns klar wurde, dass der Umfang und die Inhalte unserer Leistungserbringung nicht mehr im Ärztehaus am Schumannplatz bewerkstelligt werden konnten. Nach der erfolglosen Suche nach geeigneten Objekten und dem gescheiterten Plan eines kühnen Praxisneubaus auf der grünen Wiese wurden wir auf das leerstehende Barmer-Gebäude in der Lothar-Streit-Straße aufmerksam gemacht. Nach positiver Prüfung und Abwägung der Eignung und Machbarkeit haben wir das Gebäude 2013 erworben und 2014 umfassend und vollumfänglich saniert. Es wurde nach unseren Bedürfnissen ausgebaut und eingerichtet und am 29.08.2014, zu meinem 50. Geburtstag (!) feierlich eröffnet. Und glücklicherweise können wir heute behaupten, dass wir eine ziemlich perfekte Praxisinfrastruktur geschaffen haben mit optimalen Arbeitsbedingungen für uns und Behandlungsbedingungen für unsere Patienten. Wir haben genügend Platz in gut geschnittenen, großzügigen Räumlichkeiten mit moderner Ausstattung, wir haben einen Fahrstuhl, genügend praxiseigene Parkplätze und eine gute Erreichbarkeit. Wir mussten uns an die 3 Behandlungsebenen gewöhnen, aber auch das haben wir nach einer gewissen Anlaufzeit geschafft. 13 Behandlungsräume auf 1000 qm Fläche sind schon eine Herausforderung, aber wir fühlen uns wohl und hoffen, dass es unseren Patienten ebenso geht.

Der letzte große Schritt war die Digitalisierung der Praxis und der Wegfall der Papierkartei zum 01.10.2016. Alle Ängste davor waren unbegründet, heute können wir uns die Sprechstunde ohne digitale Kartei schon gar nicht mehr vorstellen. Dokumentation, praxisinterne Aufgaben und unser doch recht komplexer Timer sind Grundlage und unabdingbare Voraussetzung der Organisation unserer Arbeit geworden.

Die Einzige, die von Anfang an dabei war, ist meine, unsere Chefschwester Babett. Sie ist heute wichtiger für die Praxis denn je. Sie ist mit mir durch dick und dünn gegangen und hat immer zu mir und der Praxis gestanden. Sie polarisiert, aber sie ist echt. Ich habe grenzenloses Vertrauen zu ihr, weil sie sich auch nach 20 Jahren noch ihren Arsch für die Praxis aufreißt wie am ersten Tag. Dafür auch an dieser Stelle ganz herzlichen Dank.

Und ich bin stolz auf mein gesamtes Team. Jan Herrmann sowieso, den hatte ich schon erwähnt. Aber auch auf Dr. Dr. Seiß, einen MKG-Chirurg, der ebenfalls die Philosophie unserer Praxis lebt und in den Startlöchern steht für eine Partnerschaft. Und Herrn Nikolay Tsvetkov, unseren ehrgeizigen und motivierten Weiterbildungsassistent, der sich ganz viel Mühe gibt und der sehr zielstrebig seinen Weg geht. Und Frau Helena Holzweißig, die mit Sorgfalt und viel Einfühlungsvermögen unsere kleinsten Patienten in Intubationsnarkose versorgt.

Ein besonderer Dank gilt all meinen Mädels. Ob bei der Assistenz im Sprechzimmer, an den Rezeptionen, im Steri, in der Prophylaxe, am Telefon oder im Büro, sie leisten alle eine hervorragende Arbeit. Sicher bin ich manchmal kein einfacher Chef mit hohen Ansprüchen und viel zu wenig Lob und Anerkennung, aber offensichtlich spüren sie meine Wertschätzung. Ich bin sehr stolz auf unser Team. Wir arbeiten gemeinsam, jeder ist wichtig, sonst würde der Laden nicht laufen, häufig gibt es Stress, und trotzdem wird viel gelacht und wir umarmen uns jeden Morgen.

In diesen 20 Jahren haben wir uns in der Stadt Zwickau einen Namen gemacht. Service und Patientenkomfort sind für uns hohe Güter. Offensichtlich ist der Leumund in der Stadt kein schlechter. Wir verzichten seit langen schon auf aggressive Werbung und fragwürdige Marketing-Aktivitäten. So wie es jetzt ist, ist es gut. Patientendienlich, serviceorientiert, fachlich auf höchstem Niveau. Einfach authentisch.

In diesem Sinne danke ich Ihnen auf das herzlichste und verbleibe
Ihr
Dr. Dr. Andreas Hentschel